Nachthimmel
Ein Rückblick

Im unserem dritten Projekt «Nachthimmel» hatten Rosa und Deborah die Projektleitung. Das Programm beinhaltete eine grosse Spannbreite von ganz alter bis zu ganz neuer Musik und bildete damit die Überzeitlichkeit des Nachthimmels ab. Einen Schwerpunkt bilden die einstimmig komponierten Antiphone von Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert. Diesen stellten wir neue Kompositionen aus dem 20. Und 21. Jahrhundert gegenüber, die teilweise einstimmige Hymnen und Gesänge verarbeiten, stimmungsvoll den Himmel in Klänge fassen, oder auch ganz losgelöst von melodischen und harmonischen Elementen sind. Es erklangen «I himmelen» von Karin Rehnqvist, «Northern Lights» von Ola Gjeilo, «La luna asoma» von Einojuhani Rautavaara und «Stars» von Erik Esenvalds. Ein weiterer Schwerpunkt des Programms war das Werk «Musica Notturna» von Sándor Szokolay bestehend aus drei expressiven Vertonungen von ungarischen Gedichten über die Dämmerung, den Abend und die Nacht. Die Stücke «Onn da glisch» von Deborah Züger und «Éclipsée» von Valérie Philippin liessen uns in ihrer improvisatorischen Anlage experimentierfreudig werden. Zu den Highlights des Konzertprogramms gehörten auch die rätoromanischen Volkslieder «Sut steilas» von Gion Antoni Derungs, «Cur chi vain la not» von Nuot Vonmoos und «Sur la notg» von Benedetg Dolf mit ihrer schlichten Schönheit. Die Vermittlungskonzerte in der Sternwarte Urania im Mai wurden ein voller Erfolg. Alle vier Konzerte waren innert kurzer Zeit ausverkauft. Gemeinsam mit dem Beitrag des Demonstrators der Sternwarte, Urs Scheifele, ergab sich ein stimmiges Gesamtresultat. Urs Scheifele nahm in seinen Erläuterungen auch Bezug auf das Konzertprogramm und projizierte beispielsweise den Sternenhimmel zur Zeit von Hildegard von Bingen auf die Kuppel der Sternwarte. Wir liessen unsererseits die Sternwarte Teil der Musik werden, indem wir in verschiedenen Aufstellungen sowie mit perkussiven Elementen den Raum akustisch miteinbezog. Der intime Charakter der Vermittlungskonzerte und das mehrdimensionale Beleuchten der Konzertthematik berührte und begeisterte das Publikum. Ende Oktober liessen wir das Programm «Nachthimmel» nochmals erklingen. Im Café Moment in Basel führten wir das Programm konzertant auf, ergänzt um Erläuterungen zu den einzelnen Stücken von den beiden Projektleiterinnen Rosa Spycher und Deborah Züger. In der Reformierten Kirche Fluntern gestaltete das Vokalensemble gemeinsam mit der Pfarrerin Chatrina Gaudenz und dem Schauspieler Alexandre Pelichet im Rahmen der Reihe «Musik und Poesie» eine Veranstaltung zum Thema «Finsternis». Als Abschluss der Wiederaufnahme vom Programm «Nachthimmel» begaben wir uns gemeinsam mit dem Klangkünstler Andreas Bosshard, dem Schauspieler Urbain Guiguemdé und guerillaclassics auf einen Nachtspaziergang im Zürcher Seefeld. Die Klänge des Programms vermischten sich mit den Geräuschen der Stadt, poetischen Gedichten und Improvisationen. Wir können auf eine weitere geglückte Konzertsaison zurückblicken und freuen uns auf unser nächstes Projekt «Urziit» und die Vermittlungskonzerte im Naturhistorischen Museum Zürich.

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