Urziit
OTTO und Carla Keller im Naturhistorischen Museum der Universität Zürich, April & Mai 2025
Ein Rückblick

Unser viertes Projekt «Urziit» wurde von Alma und Lena organisiert. Im Naturhistorischen Museum der Universität Zürich führte Museumsvermittler David Inauen durch vergangene Erdzeitalter. Mit Musik aus dem 20. und 21. Jahrhundert untermalten wir gemeinsam mit der Cellistin die gesamte Erdentwicklung von der ersten Uratmosphäre bis zur heutigen Zeit. Wir begannen bei den Dinosauriern und David stellte dem Publikum zunächst auf einem massstabgetreuen Zeitstrahl dar, wie weit ihre Zeit von unserer entfernt ist. Musikalisch richteten wir den Blick vor allem auf ihr Vermächtnis. In „Of Fossil Fuels“ von Adam Silverman wird dieses unmittelbar hörbar: „Kinder, da sind Monster vergraben in den Tiefen der Erde. Lasst sie dort.“ Im Anschluss drehten wir mit „Its Motion Keeps“ von Caroline Shaw am Rad der Zeit – dieses Stück macht die unaufhaltsame Bewegung der Zeit hörbar. In einer OTTO-Improvisation entstand schliesslich ein akustisches Bild – von der ersten Uratmosphäre bis zum letzten grossen Massensterben, das die meisten Dinosaurier auslöschte. Weiter ging es zum Beginn der Zivilisation. Der Mensch erscheint auf der Bildfläche und entwickelt komplexe Lautsprachen. Dazu erklangen drei Stücke von Veljo Tormis auf verschiedenen Finno-Ugrischen Sprachen, diese werden von wenigen Menschen im heutigen Russland noch gesprochen, sind aber alle vom Aussterben bedroht. Anfangs noch Teil der Natur, beginnt der Mensch bald, sich über sie hinwegzusetzen. In „Pollination“ von Stine Sørlie tauchten wir ein in ein Klangbild, das die Belastung der Natur durch den Menschen spürbar macht. Das Stück lässt ausgestorbene Pflanzenarten klanglich aufleben und stellt die beklemmende Frage: „Wenn alle Rosen tot sind, was soll noch blühen auf meinem Grab?“ Angekommen in der heutigen Zeit wollten wir im Programm bewusst innehalten, um uns wieder als Teil eines grossen Ganzen zu verstehen. Dazu wurde in „Tundra“ von Ola Gjeilo die Schönheit der Natur besungen, die es zu bewahren gilt.
Dieses Projekt wurde unterstützt von:

















